Lightroom 4: Entwickeln Prozess 2012, Tiefen und Lichter

Mittwoch, 11. Januar 2012

An Lightroom 4  ist die neue Entwicklen Prozessversion 2012 besonders interessant, da sie ermöglicht, bessere Resultate zu erzielen.

Entwickeln Grundeinstellungen

Aufhelllicht, Wiederherstellung und Helligkeit gibt es in den Grundeinstellungen nicht mehr, stattdessen finden sich dort jetzt Tiefen, Lichter und Weiß.

Dies spiegelt sich auch im Histogramm wieder, das jetzt analog zu den Grundeinstellungen in die fünf Bereiche Schwarz, Tiefen, Belichtung, Lichter und Weiß eingeteilt ist. Vorher gab es nur vier Bereiche.

Die Lichter ließen sich bisher nicht gezielt regeln, die Tiefen wurden mit dem Aufhelllicht geregelt, das aber weit stärker die Mitteltöne mit beeinflusst hat, und sehr leicht zu unschönen Effekten geführt hat. Die neuen Regler der Grundeinstellungen sind leichter verständlich und bieten unter dem Strich wirklich verbesserte Korrekturmöglichkeiten.

Der Unterschied Helligkeit, Aufhelllicht und Belichtung war für Anfänger immer schwer verständlich gewesen.

Grundeinstellungen Regler im Vergleich Lightroom 3 und Lightroom 4

Histogramm Bereiche

 

Klarheit

Die Klarheit ist stark verbessert. Halos, wie sie bei hohen Werten aufgetreten sind, gehören der Vergangenheit an.

Erweiterter Korrekturpinsel und Verlaufsfilter

Vergleicht man die Einstellungsmöglichkeiten von Korrekturpinsel und Verlaufsfilter mit den Grundeinstellungen, stellt man fest, dass alle Einstellungen (außer Dynamik) zur Verfügung stehen, und zusäzlich auch noch Störung (Rauschen) und Moire.

Besonders die Möglichkeiten des lokalen Weißabgleichs und gezielten Ruachunterdrückung bringt ganz neue Möglichkeiten. Probleme mit erhöhtem Rauschen treten ja meist vertärkt in aufgehellten dunklen Bereichen auf, da kann man jetzt gezielt gegensteuern.

Gradationskurve für jeden Farbkanal einzeln

Die Gradationskurve kann über das kleine Icon (siehe orange Markierung im Screenshot) in den Modus Punktkurve gebracht werden. Dann hat man jetzt in der Lightroom 4 Beta die Möglichkeit für die einzelnen Farbkanäle individuelle Kurven zu definieren.

Chromatische Aberration ohne Objektivprofil

Bislang war die Korrektur der chromatischen Aberration Bestandteil der Objektivprofile, und konnte entsprechend nur korrigiert werden, wenn man ein passsendes Profil hat und dieses diese Korrektur auch gut umsetzt.

In Lightroom 4 braucht man für die Korrektur dieser chromatischen Aberrationsfehler kein Objektivprofil mehr, sondern die Fehler werden im Foto erkannt und korrigiert, wenn man die Option anwählt hat.

Prozessversion 2012 in der Kamerakalibrierung

Im Bereich Kamerakalibrierung kann die Prozessversion ausgewählt werden. Wählt man statt 2012 die Version 2010 bekommt man wieder die gewohnten Regler aus Lightroom 3 in den Grundeinstellungen.

Kurze Demonstration der veränderten Entwicklungs-Grundeinstellungen im Video

Mein Fazit

Es ist den Adobe Entwicklern tatsächlich gelungen, Gutes zu verbessern. Insbesondere die Neuaufteilung des Histogramm in fünf Bereiche und die zusätzlichen Einstellungen beim Verlaufsfilter und Korrekturpinsel erweitern die Korrkturmöglichkeiten deutlich.


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13 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Danke für den Bericht, das hört sich gut an!
    Nun bin ich mal gespannt, wie sich das neue Kartenmodul im Workflow gegen Geosetter schlägt.
    Schade, dass scheinbar immer noch keine Gesichtserkennung als Tagginghilfe geplant ist.

    • Hallo Konrad,

      Ansätze für eine Gesichtserkennung ist zumindest in dieser Lightroom 4 Beta nicht zu erkennen, auch kein Netzwerksupport.

      Manchmal überrascht Adobe aber in der finalen Version mit Features, die in den Betas noch nicht sichtbar waren.

      Mal sehen.

  2. Kleiner Nachtrag:

    Im Artikel habe ich im Eifer des Gefechts ganz vergessen zu erwähnen, das die Funktionesweise der alten Regler sich auch zum Teil geändert hat.

    Alle Regler der Grundeinstellungen sind in der Mitte neutral, hellen den entsprechenden Bereich in der rechten Hälfte auf, und dunkeln sie im linken Bereich ab.

    Zum Beispiel der Regler für Schwarz führt im postiven rechten Bereich zu einer Aufhellung der ganz dunklen Bereiche, also nicht, wie bisher gewohnt, zu einer Abdunklung.

  3. Klaus W. :

    Wie sieht es aus wenn ich Presets aus LR3 verwende.
    Wie werden diese umgesetzt?

    Einige scheinen ganz normal zu funktionieren, andere erscheinen mir eine andere Darstellung zu liefern

  4. Philipp :

    Hab das mal mit den Profilen getestet, LR4 müsste auf 2010 zurück schalten wenn eines der LR3 Profile angewandt wird (Bei Kamerakalibrierung). Ergebnis sieht bisher gleich in LR3 und LR4, ausser ich setze nach dem Profil Anwendung wieder auf 2012 ändern sich etwas die Farbeinstellungen.

    • Klaus W. :

      Ich habe mittlerweile in Erfahrung gebracht dass man auch einen Mix machen kann.
      Dies ist insoweit sinnvoll da presets welche in der LR4b abgespeichert oder verändert wurden unter Umständen nicht mehr sauber unter 3 laufen.
      Bedauerlicherweise greifen beide Versionen auf den gleichen Preset Katalog zu.

      There is a way of editing the presets so that they contain both PV2010 and PV2012 settings. Long story short, you create a PV2010 presets, save it, change the new 2012 sliders only to get the same look, and save it. Then you open both in a text editor, remove the process version line and copy any lines that have ’2012′ in them over to the other presets. When you restart LR, that combined preset will apply 2010 settings to any photos on 2010, and 2012 settings to 2012 photos.

      If you have presets that only affect shared sliders (ones that haven’t changed) then removing the PV line with a text editor will allow them to work on either PV without switching.

      Hier ein Beispiel

      2010 Preset
      s = {
      id = “0BE0B0C9-2E25-4792-A68E-8FCF9E9911E7″,
      internalName = “aaaaaaaaaaaaaaaa”,
      title = “aaaaaaaaaaaaaaaa”,
      type = “Develop”,
      value = {
      settings = {
      AutoBrightness = false,
      AutoContrast = false,
      AutoExposure = false,
      AutoShadows = false,
      Brightness = 50,
      Clarity = 0,
      Contrast = 25,
      Exposure = 1.16,
      FillLight = 0,
      HighlightRecovery = 0,
      ProcessVersion = “5.7″,
      Shadows = 5,
      },
      uuid = “F95D1ECB-1AF9-423D-8DEA-9162D353CC16″,
      },
      version = 0,
      }

      2012 Preset
      s = {
      id = “E01B6552-9231-47D4-AB60-6BC16BDC29B3″,
      internalName = “bbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbb”,
      title = “bbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbb”,
      type = “Develop”,
      value = {
      settings = {
      Blacks2012 = 10,
      Contrast2012 = 10,
      EnableLensCorrections = true,
      Exposure2012 = 0,
      Highlights2012 = 0,
      LensProfileEnable = 0,
      LensProfileSetup = “LensDefaults”,
      ProcessVersion = “6.6″,
      Shadows2012 = 0,
      Whites2012 = 0,
      },
      uuid = “178152A4-F966-4FE0-8581-38E366E34A1E”,
      },
      version = 0,
      }

      Beide Presets in einer Datei
      s = {
      id = “0BE0B0C9-2E25-4792-A68E-8FCF9E9911E7″,
      internalName = “Preset-4-both”,
      title = “Preset-4-both”,
      type = “Develop”,
      value = {
      settings = {
      Blacks2012 = 0,
      Contrast2012 = 0,
      Exposure2012 = 0,
      Highlights2012 = 0,
      AutoBrightness = false,
      AutoContrast = false,
      AutoExposure = false,
      AutoShadows = false,
      Brightness = 50,
      Clarity = 0,
      Contrast = 25,
      Exposure = 1.16,
      FillLight = 0,
      HighlightRecovery = 0,
      Shadows = 5,
      Shadows2012 = 0,
      Whites2012 = 0,
      },
      uuid = “F95D1ECB-1AF9-423D-8DEA-9162D353CC16″,
      },
      version = 0,
      }

  5. [...] Ich gehe hier jetzt nicht auf jeden Reg­ler genau ein, das haben andere schon gemacht. Man muss sich in sei­nem Work­flow ein wenig umstel­len, aber das lohnt sich! Die Ergeb­nisse sind erstaun­lich und spür­bar bes­ser. Was irre ist, denn sie waren ja vor­her schon gut. Einen deut­schen Text dazu gibt es bei Lightroom-Tutorial.de » [...]

  6. Hallo,

    ich wollte heute mal eine XML-Datei eines Tracklog mit meinen Aufnahmen verknüpfen. Aber Lightroom 4 lädt die Datei nicht. Hast Du eine Ahnung, warum es nicht geht? Ich habe die XML-Datei, gehe unter karten auf Tracklog laden aber die Datei ist grauunterlegt, als ob LR diese nicht annehmen will.

  7. pix123 :

    Vielen Dank für die schöne Übersicht!
    Trotz aller objektiven Verbesserungen fällt es nicht so leicht, seine eingebrannten Entwicklungsprozesse am Bild umzustellen. aber wie immer, sitzt das eigentliche Problem eher vor der Tastatur :-)
    Etwas irritierend empfinde ich den Bereich “Belichtung” im Histogramm. Dieser wird dargestellt, als ob er nur die Mitten bearbeitet. Aus meiner Sicht wirkt dieser sich auf das gesamte Histogramm aus, analog des gleichnamigen Bereichs in LR3 und lässt sich nicht so fein separieren, wie die anderen 4 Bereiche.
    Hier fehlt mir der alte Helligkeitsregler.

  8. Danilo :

    Hallo, danke für diese sehr interessante Übersicht! Bei Version 3 verwendete ich täglich den Parameter “HELLIGKEIT”, den ich seit Version 4 schmerzlich vermisse. Mich würde interessieren, wie genau ich die Funktion dieses Reglers in der aktuellen Version nachbilden kann.

    • Danilo, ich empfehle da nicht zu versuchen alte Regler im Kopf nachzubilden. Ich habe bei der Umstellung die Fotos erstmal versucht, unvoreingenomen mit den neuen Reglern zu entwickeln. Dabei muß man wesentlich weniger kompliziert denken, und kann schrittweise zum Ziel kommen.

      Bei Fotos, die ich mit den neuen Reglen nicht so hinbekommen habe, wie ich wollte, habe ich in “Kamerakalibrierung” > Prozess die alte Engine 2010 gewählt, und versucht es mit dem Helligkeitsregeler und Co. das Bild zu entwickeln.

      In meinem Fall hat sich aber dann letztlich meist herausgestellt, das sich damit eher noch weniger meine Zielvorstellung umsetzen konnte., da die betroffenen Foto einfach problematisch waren.

      Mein Rat: Lass Dich auf die neuen Regler ein und nach kürzester Zeit wirst Du damit glücklich werden.

  9. Danilo :

    Hey Thomas, danke!

    Ich benutze inzwischen zu allererst meist direkt den Griff in die Gradationskurve und ziehe dabei erst mal ein bißchen in der Mitte nach oben, um ein Gefühl für den Insgesamtgammawert zu bekommen. Das kommt dem am nächsten, was sich bisher mit “HELLIGKEIT” gut anfühlte. Dann gehe ich mit den neuen Reglern zielgerichtet an einzelne Aspekte der Lichtverteilung.

    • Hallo Danilo,

      das ist die absolut richtige Vorgehensweise!

      Nur mit der Graduationskurve kann man den alten Helligkeitsregler nachbilden.

      Ich mache es trotzdem anders herum, zuerst die vier Regler oben, und erst dann die Graduationskurve je nach Bedarf. So ist es auch von den Entwicklern ursprunglich angedacht.

      Es spricht aber nicht gegen Deine Reihenfolge, da findet jeder seinen eigenen Workflow.

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